Russische Umweltabgabe beim Import 2026
Die Umweltabgabe ist die Zahlung, die bei der Kalkulation einer Importsendung am häufigsten vergessen wird – dabei stieg 2026 die Verwertungsquote für Verpackungen von 55 % auf 75 %, und die Basissätze wurden um 8 % indexiert. Hier lesen Sie, wer zahlt, wie der Betrag berechnet wird und welche Verpackungsdaten Ihr russischer Kunde von Ihnen verlangen wird.
Kurz gefasst
- ✓Die Umweltabgabe beim Import zahlt der Importeur – nicht der ausländische Lieferant oder der Frachtführer –, weil der Importeur Ware und Verpackung auf den russischen Markt bringt.
- ✓Die Verwertungsquote für Verpackungen beträgt 2026 75 % (2025: 55 %), bei gleichem Gewicht ist die Abgabe also um etwa die Hälfte gestiegen.
- ✓Formel: Satz pro Tonne × Gewicht in Tonnen × (Verwertungsquote − bestätigte Verwertung). Die Sätze für 2025–2027 legt die Regierungsverordnung Nr. 1041 vom 01.08.2024 fest.
- ✓Die Zahlungsfrist hängt von der Ware ab: für Positionen im Experiment (Verordnung Nr. 750 vom 01.06.2024) – vor der Zollfreigabe, je Sendung; für alle anderen – bis 15. April des Folgejahres.
- ✓Eine allgemeine Umstellung auf Zahlung „an der Grenze“ ab 2026 hat NICHT stattgefunden: Das Föderale Gesetz Nr. 495-FZ vom 28.12.2025 verlängerte die Übergangsfrist für Importeure aus Drittländern bis 1. Januar 2028.
- ✓Die Sanktion bei Nichtzahlung beträgt das Dreifache des Betrags, mindestens jedoch 500 Tausend Rubel für eine juristische Person.
Abgeglichen mit den geltenden Vorschriften am 19. September 2026
Sätze, Fristen und Listen ändern sich – wir bestätigen, was für Ihre Sendung am Versanddatum gilt.
Was die Umweltabgabe ist und warum sie den Importeur betrifft
Die Umweltabgabe ist Teil des russischen Systems der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR). Die Logik: Wer Waren oder Verpackungen auf den russischen Markt bringt, ist für ihre spätere Verwertung verantwortlich. Die Pflicht lässt sich auf zwei Wegen erfüllen – durch Verwertung (selbst oder per Vertrag mit einem Verwerter aus dem Register von Rosprirodnadsor) oder durch Zahlung der Umweltabgabe an den Staat.
Für den Importeur bedeutet das: Sobald eine Sendung in Russland in den freien Verkehr überlassen ist, liegt die Verantwortung für die gesamte Verpackung, in der sie angekommen ist, und für die Ware selbst, wenn sie auf der offiziellen Liste steht, bei ihm – nicht beim ausländischen Lieferanten und nicht beim Frachtführer, sondern beim Importeur als derjenigen Partei, die die Ware in Verkehr bringt.
Die Listen der von der EPR erfassten Waren und Verpackungen legt die Regierungsverordnung Nr. 2414 vom 29.12.2023 fest. Sie umfassen Kunststoffe, Glas, Metall, Papier und Karton, Textilien, Reifen und Gummi, Elektrogeräte, Batterien und Akkumulatoren, Mineralölprodukte – insgesamt Positionen aus Dutzenden HS-Gruppen. Waren und Verpackungen müssen getrennt geprüft werden: Eine Abgabe kann allein auf die Verpackung entstehen, auch wenn die Ware selbst nicht auf der Liste steht.
Praktisches Fazit: Die Umweltabgabe ist weder eine Gebühr des Frachtführers noch eine Zollzahlung, die der Zollagent in der Anmeldung berechnet. Sie ist eine eigene Pflicht des Importeurs, die nach der Lieferung zutage tritt und vorab in die Kosten eingerechnet werden muss, neben Zoll und Mehrwertsteuer.
Berechnungsformel und Verwertungsquoten 2026
Der Betrag wird mit einer einfachen Formel berechnet: Satz (Rubel pro Tonne) × Gewicht der Ware oder Verpackung in Tonnen × (Verwertungsquote − tatsächlich bestätigte Verwertung). Wurde nichts selbst verwertet, bleibt in der Klammer nur die Quote – das teuerste Szenario.
Die zentrale Änderung 2026: Die Verwertungsquote für Verpackungen stieg von 55 % auf 75 %. Bei gleichem Gewicht und Satz ist die Abgabe allein durch den Koeffizienten um etwa die Hälfte gestiegen. Für 2027 ist für Verpackungen ein Übergang auf 100 % angekündigt – wer mit den Zahlen des Vorjahres rechnet, unterschätzt die Zahlung also jedes Jahr.
Auch für andere Gruppen stiegen die Quoten 2026: Textilien 30 % (zuvor 20 %), Papier und Druckerzeugnisse 40 % (zuvor 30 %), Reifen und Gummi je nach Untergruppe rund 50–55 %. Die genaue Quote muss immer für die konkrete Position geprüft und nicht als Durchschnitt angenommen werden.
Die Basissätze für 2025–2027 legt die Regierungsverordnung Nr. 1041 vom 01.08.2024 fest; 2026 wurden sie um etwa 8 % indexiert. Zur Orientierung: Textilien etwa 20.250 Rubel/t, Kunststoffe etwa 5.162 Rubel/t, Papier und Karton etwa 2.953 Rubel/t, Reifen und Gummi etwa 11.135 Rubel/t. Für 2027 ist eine weitere Indexierung um etwa 4 % geplant.
Denken Sie an den Koeffizienten der Verwertungskomplexität, der den Satz multipliziert und bei einigen Gruppen sehr hoch ist. Ein aufschlussreiches Beispiel 2026 sind Reifen: Die Verordnung Nr. 2116 vom 25.12.2025 führte einen technologischen Koeffizienten ein, der bei Vorliegen eines Konformitätszertifikats nach GOST R 51893-2024 zur kanzerogenen Sicherheit null beträgt und ohne dieses stark steigt. Ein einziges Dokument des Lieferanten kann die Abgabe um ein Vielfaches verändern. Die Verordnung Nr. 258 vom 11.03.2026 erhöhte zudem den Koeffizienten der Verwertungskomplexität für „Reifen und Gummierzeugnisse“ rückwirkend ab 1. Januar 2026 von 1 auf 18 – bei nicht zertifizierten Reifen addieren sich beide Erhöhungen, und die Abgabe wächst nicht um ein Mehrfaches, sondern um Größenordnungen.
Wann gezahlt wird: vor der Zollfreigabe oder bis 15. April
Das ist die verwirrendste Frage zur Umweltabgabe, und veröffentlichte Antworten widersprechen sich. Es lohnt sich, sie sorgfältig durchzugehen, denn ein Fehler kostet hier entweder eine aufgehaltene Sendung oder ein Bußgeld.
Ursprünglich sollten Importeure von außerhalb der EAWU ab 1. Januar 2026 auf die Zahlung „an der Grenze“ umstellen: die Abgabe oder eine finanzielle Sicherheit vor der Zollfreigabe, für jede Sendung einzeln. Deshalb heißt es in vielen Artikeln, „ab 2026 gibt der Zoll keine Ware ohne Umweltabgabe frei“.
Das Föderale Gesetz Nr. 495-FZ vom 28.12.2025 verlängerte jedoch die Übergangsfrist für Importeure aus Drittländern bis 1. Januar 2028 (das Verfahren des Experiments wurde durch die Regierungsverordnung Nr. 2228 vom 30.12.2025 geändert). Das Ergebnis ist ein zweigleisiges System, und welches Gleis gilt, hängt von der konkreten Ware ab.
Sind Ware oder Verpackung in das Experiment einbezogen (Verfahren nach Regierungsverordnung Nr. 750 vom 01.06.2024), sind Meldung und Zahlung an jede Sendung gebunden und erfolgen vor der Zollfreigabe. Der Zoll prüft die Bestätigung über das staatliche Informationssystem zur Abfallerfassung. Die Alternative zur direkten Zahlung ist eine Mitteilung über die eigene Verwertung, abgesichert durch eine Bankgarantie oder einen Bürgschaftsvertrag mit einem registrierten Verwerter. Der aktuelle Zeitraum des Experiments läuft vom 1. September 2026 bis zum 1. September 2027, festgelegt durch die Regierungsverordnung Nr. 650 vom 30.05.2026.
Ist die Ware nicht im Experiment, gilt das bisherige Verfahren: Sendungen werden im Laufe des Jahres eingeführt, und Meldung und Zahlung der Abgabe erfolgen für das Kalenderjahr spätestens bis 15. April des Folgejahres. Für 2026 ist die Frist daher der 15. April 2027.
Zur EAWU: Bei Einfuhren aus Kasachstan, Belarus, Armenien und Kirgisistan gilt das Experiment „vor der Freigabe“ nicht, da es an der Grenze zu Russland keine Zollabfertigung gibt. Die Pflicht zur Umweltabgabe bleibt und wird im allgemeinen Verfahren erfüllt – für das Jahr.
Der Fairness halber: Ein Aufschub von 90 Tagen statt der Zahlung vor der Abfertigung und die Abschaffung der Bürgschaftsverträge mit Verwertern wurden parallel diskutiert, haben es aber nicht ins Gesetz geschafft. Die Regeln ändern sich ständig, daher sollte das anwendbare Gleis für das Lieferdatum bestätigt werden, nicht anhand eines Artikels von vor sechs Monaten.
Meldungen, Zahlungsdaten und Sanktionen
Die EPR-Meldungen werden über das Umweltnutzerkonto von Rosprirodnadsor eingereicht und bestehen aus mehreren Formularen: einem Bericht über die Erfüllung der Verwertungsquoten, einem Bericht über das Gewicht der in Verkehr gebrachten Waren und Verpackungen (Verordnung Nr. 741 vom 31.05.2024) und der eigentlichen Abgabenberechnung (Verordnung Nr. 1990 vom 30.12.2024). Rosprirodnadsor erhält Einfuhrdaten vom Zolldienst, sodass Abweichungen zwischen Anmeldungen und dem Bericht des Importeurs ohne zusätzliche Prüfung sichtbar sind.
Ein praktisches Detail, über das viele stolpern: Importeure zahlen auf das Konto der Zentrale von Rosprirodnadsor, nicht der Regionalstelle. Eine auf die „üblichen“ Daten geleistete Zahlung muss dann aufgespürt und korrigiert werden.
Die Haftung ist erheblich. Nichtzahlung wird mit dem Dreifachen des unbezahlten Betrags geahndet, mindestens jedoch 500 Tausend Rubel für eine juristische Person. Falsche Gewichtsangaben: das Doppelte des Betrags, mindestens 250 Tausend. Fehlende Meldung: 70 bis 150 Tausend Rubel. Bei einer Sendung, bei der die Abgabe selbst einige Zehntausend Rubel beträgt, ist das Bußgeld um eine Größenordnung höher als die Zahlung.
Eine Befreiung ist möglich für Unternehmen mit bestätigter 100-%-Verwertung, für ausschließlich exportierende Unternehmen und für jene, die Verpackungen bei einem russischen Lieferanten gekauft haben, der die Pflicht bereits erfüllt hat. Jeder Grund muss belegt sein – er gilt nicht automatisch.
Wie die Abgabe in die Einstandskosten einfließt – und was Sie als Lieferant beitragen
Die Umweltabgabe ist selten der entscheidende Kostenposten, kann die Marge aber unangenehm verschieben – besonders bei leichten Waren in schwerer Verpackung. Ein anschauliches Beispiel: Keramik, Glas oder Werkzeuge in Holzkisten und Karton, bei denen die Verpackung etwa so viel wiegt wie die Ware.
Die empfohlenen Schritte: Erstens anhand des HS-Codes prüfen, ob Ware und Verpackung auf der Liste der Verordnung 2414 stehen. Zweitens wird der russische Käufer Sie als Lieferanten nach dem tatsächlichen Verpackungsgewicht je Material fragen – Karton, Folie, Holz, Stretchfolie und Kunststoffeinlagen getrennt, weil ihre Sätze unterschiedlich sind. Drittens die Abgabe mit der Quote 2026 berechnen und neben Zoll, Mehrwertsteuer und Zollgebühr in die Kalkulation aufnehmen.
Viertens – und das zahlt sich oft am meisten aus – die Verpackung gemeinsam überprüfen. Holzkisten durch Karton zu ersetzen, überflüssige Einlagen wegzulassen oder auf Monomaterial umzustellen, senkt sowohl das Gewicht als auch den anwendbaren Satz. Das ist der einzige rechtmäßige Weg, die Abgabe zu senken, ohne das Liefervolumen zu ändern.
Wir berechnen die Umweltabgabe zusammen mit den übrigen Zahlungen schon in der Angebotsphase, bevor der Lieferant bezahlt wird, damit die Zahl „Kosten im Lager in Russland“ vollständig ist und nicht optimistisch.
Richtwerte der Umweltabgabe 2026
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Verwertungsquote: Verpackungen | 75 % (2025: 55 %) |
| Verwertungsquote: Textilien | 30 % |
| Verwertungsquote: Papier und Druckerzeugnisse | 40 % |
| Basissatz: Kunststoffe | ≈ 5.162 Rubel/t |
| Basissatz: Papier und Karton | ≈ 2.953 Rubel/t |
| Basissatz: Textilien | ≈ 20.250 Rubel/t |
| Basissatz: Reifen und Gummi | ≈ 11.135 Rubel/t |
| Indexierung der Sätze 2026 | +8 % gegenüber 2025 |
| Zahlungsfrist (allgemeines Verfahren) | bis 15. April des Folgejahres |
| Zahlungsfrist (Waren im Experiment) | vor der Zollfreigabe |
| Sanktion bei Nichtzahlung | 3× der Betrag, mindestens jedoch 500.000 Rubel |
Die Zahlen sind Richtwerte; eine genaue Berechnung erhalten Sie auf Anfrage.
Häufige Fragen
Muss die Umweltabgabe 2026 vor der Zollfreigabe gezahlt werden?
Das hängt von der Ware ab. Für Positionen im Experiment nach Verordnung Nr. 750 vom 01.06.2024 sind Meldung und Zahlung (oder Bankgarantie bzw. Bürgschaft eines Verwerters) an jede Sendung gebunden und erfolgen vor der Freigabe. Für andere Waren und Verpackungen gilt das allgemeine Verfahren – Zahlung für das Jahr bis 15. April des Folgejahres. Das Föderale Gesetz Nr. 495-FZ vom 28.12.2025 verlängerte die Übergangsfrist bis 1. Januar 2028, eine allgemeine Umstellung auf Zahlung an der Grenze gab es 2026 also nicht.
Wie wird die Abgabe auf Verpackungen berechnet?
Satz pro Tonne × Verpackungsgewicht in Tonnen × Verwertungsquote (abzüglich bestätigter Verwertung). 2026 beträgt die Quote für Verpackungen 75 %. Das Gewicht wird für jedes Material getrennt angesetzt, weil Karton, Folie, Holz und Kunststoff unterschiedliche Sätze haben. Beispiel: Eine Tonne Kartonverpackung zu etwa 2.953 Rubel/t und eine Quote von 75 % ergeben eine Abgabe von rund 2,2 Tausend Rubel.
Zahlt der Lieferant oder der Importeur die Abgabe?
Der Importeur, als Partei, die Ware und Verpackung auf den russischen Markt bringt. Ausländischer Lieferant und Frachtführer sind keine Zahlungspflichtigen. Eine Befreiung ist möglich bei bestätigter 100-%-Verwertung, reiner Exporttätigkeit oder bei Verpackungen, die bei einem russischen Lieferanten gekauft wurden, der seine EPR-Pflicht bereits erfüllt hat. Als Lieferant helfen Sie mit genauen Verpackungsgewichten je Material.
Fällt die Abgabe bei Einfuhren aus Kasachstan und Belarus an?
Ja, die EPR-Pflicht bleibt, doch das Zahlungsschema „vor der Freigabe“ gilt nicht für EAWU-Länder, da es an ihrer Grenze zu Russland keine Zollabfertigung gibt. Die Abgabe wird im allgemeinen Verfahren für das Kalenderjahr berechnet und gezahlt.
Was passiert, wenn die Abgabe nicht gezahlt wird?
Ein Bußgeld in dreifacher Höhe des unbezahlten Betrags, mindestens jedoch 500 Tausend Rubel für eine juristische Person. Falsche Gewichtsangaben: das Doppelte des Betrags, mindestens 250 Tausend. Fehlende Meldung: 70 bis 150 Tausend Rubel. Rosprirodnadsor erhält Einfuhrdaten vom Zoll, sodass Abweichungen ohne gesonderte Prüfung sichtbar sind.
Lässt sich die Abgabe rechtmäßig senken?
Ja, auf zwei Wegen. Erstens durch eigene Verwertung: Die bestätigte Menge wird von der Quote abgezogen, bei 100 % fällt keine Abgabe an. Zweitens durch Arbeit an der Verpackung des Lieferanten: geringeres Gewicht, Karton statt Holzkisten und Monomaterial senken sowohl Gewicht als auch Satz. Verpackung „verstecken“ lässt sich nicht – der Zoll übermittelt Einfuhrdaten automatisch.
Gefragte Werkzeuge und Themen
Siehe auch
Mehr in dieser Rubrik
Angebot anfordern
Antwort innerhalb von 2 Geschäftsstunden
