Transportversicherung: wann sie nötig ist und was sie kostet
Wann eine Transportversicherung wirklich nötig ist, was die Deckung umfasst und wie sich die Kosten einer Police zusammensetzen.
Was eine Police abdeckt
Die Transportversicherung schützt vor finanziellen Verlusten, wenn Ware unterwegs beschädigt wird, verloren geht oder gestohlen wird. Eine Standardpolice deckt Transportrisiken: Verkehrsunfälle, Schäden beim Umschlag, Sturmfolgen, Diebstahl. Erweiterte Programme decken weitere Risiken ab.
Wichtig zu verstehen: Die Haftung des Frachtführers nach CMR ist begrenzt und deckt oft nicht den tatsächlichen Wert teurer Ware. Die Versicherung schließt diese Lücke.
Kosten und wann sie Pflicht ist
Der Satz beträgt meist einen Bruchteil eines Prozents des Warenwerts und hängt von Warenart, Route und Verkehrsträger ab. Bei teuren, zerbrechlichen und verderblichen Waren ist eine Versicherung besonders sinnvoll.
Bei CIF und CIP ist die Versicherung Pflicht des Verkäufers. In anderen Fällen entscheidet der Wareneigentümer. Wir helfen, die Police abzuschließen und die passende Deckung zu wählen.
In der Praxis beginnt der Basissatz „gegen alle Gefahren“ für gewöhnliche Industriegüter bei 0,3 % des Rechnungswerts; für Glas, Elektronik, Massivholzmöbel und bruchempfindliche Waren erhebt der Versicherer einen Zuschlag, und bei Seesendungen im Container ist der Satz meist niedriger als bei Straßen-Sammelgut mit mehreren Umschlägen. Die Versicherungssumme ist der Warenwert zuzüglich Fracht und in der Regel 10 % imaginärer Gewinn. Sie zu niedrig anzusetzen, um Prämie zu sparen, ist sinnlos – die Entschädigung fällt entsprechend geringer aus.
Was tun, wenn Ware beschädigt ankommt
- 1Keine reine CMR unterschreiben
Zeigt die Verpackung Spuren von Stößen, Öffnung oder Nässe, vermerken Sie den Schaden bei der Übernahme in Anwesenheit des Fahrers auf dem Frachtbrief. - 2Fotos und Video
Dokumentieren Sie die Ware vor und nach dem Öffnen und bewahren Sie die Verpackung bis zur Besichtigung auf. - 3Havariekommissar
Bei größeren Schäden wird ein Havariekommissar hinzugezogen; der Versicherer benennt ihn innerhalb eines Tages. - 4Schadensmeldung
Reichen Sie die Meldung innerhalb der in der Police genannten Frist ein, meist 3–5 Tage. Wir begleiten den Kunden bei jedem Schritt und stellen die Unterlagen zusammen.
Versicherung und Frachtführerhaftung sind nicht dasselbe
Nach dem CMR-Übereinkommen haftet ein Straßenfrachtführer mit höchstens 8,33 SZR pro Kilogramm – beim aktuellen Kurs etwa 1.000 Rubel pro kg. Bei einer 500 kg schweren Maschine im Wert von 60.000 € liegt die Haftungsgrenze des Frachtführers unter einem Zehntel des Preises. Ein Seefrachtführer ist nach den Haag-Visby-Regeln noch stärker begrenzt, und zwar pro Packstück statt nach Gewicht.
Deshalb braucht der Wareneigentümer eine Police: Sie deckt die Lücke zwischen tatsächlichem Wert und Haftungsgrenze des Frachtführers sowie Fälle, in denen den Frachtführer gar keine Schuld trifft – Sturm, ein von Dritten verursachter Unfall, Diebstahl aus einem Lager.
Fragen und Antworten
Wer muss die Ware bei CIF oder CIP versichern?
Der Verkäufer. Bei anderen Klauseln entscheidet der Wareneigentümer.
Wie hoch ist die Versicherungssumme?
Warenwert zuzüglich Fracht und in der Regel 10 % imaginärer Gewinn.
Warum reicht die Haftung des Frachtführers nicht aus?
Nach CMR ist sie auf 8,33 SZR pro kg begrenzt, was bei wertvoller Ware nur einen Bruchteil des Schadens deckt; Seefrachtführer sind noch stärker begrenzt.
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