Erste Lieferung an einen russischen Kunden: die Checkliste

17 Punkte, die vor dem Versand geklärt sein müssen – von der Prüfung der Vertragspartner und der Zolltarifnummer bis zu den Abschlussdokumenten. Zusammengestellt von Tranzit3-Logistikern aus realen Sendungen: Jeder Punkt hat schon einmal jemanden Geld gekostet.

So nutzen Sie diese Checkliste

Die Liste folgt der Seite des russischen Importeurs, denn dort bleibt eine erste Lieferung meist hängen. Zu jedem Punkt erklären wir, was Ihr Kunde tun muss und was Sie als Lieferant beisteuern sollen. Die meisten Punkte sind vor dem Versand in Minuten erledigt – und kosten Tage, wenn die Ware schon an der Grenze steht.

Sendungen ab 50 kg (Luftfracht ohne Gewichtslimit). Checkliste aktualisiert im August 2026.

1. Vor der Vertragsunterzeichnung

  1. 1Prüfung der Vertragspartner
    Ihr Kunde wird Sie prüfen: Registrierungsunterlagen, eine Exportlizenz, wo erforderlich (etwa bei chinesischen Herstellern), Gründungsjahr und ob Sie Hersteller oder Händler sind. Rechnen Sie mit der Bitte um Kundenreferenzen. Bei einem neuen Lieferanten ist eine Testcharge üblich.
  2. 2Zolltarifnummer (TN VED) vorab abstimmen
    Die Nummer bestimmt Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und erforderliche Genehmigungen. Benachbarte Nummern können zu vielfach unterschiedlichen Abgaben führen; die Einreihung sollte daher vor der Vertragsunterzeichnung mit einem Zollmakler bestätigt werden, nicht erst nach Ankunft der Ware. Liefern Sie eine genaue technische Beschreibung; wir prüfen die Zolltarifnummer zudem vor dem Angebot auf Sanktionen.
  3. 3Prüfen, ob die Ware reguliert ist
    EAC-Zertifizierung, „Chestny Znak“-Kennzeichnung, FSB-Notifizierung für Elektronik mit Verschlüsselung, Pflanzenschutz- oder Veterinärkontrolle bei Lebensmitteln. Genehmigungen werden vor dem Versand eingeholt, und Ihr Kunde braucht dafür in der Regel Ihre technische Dokumentation.
  4. 4Die vollen Einstandskosten ermitteln
    Warenpreis + Fracht + Zoll + Einfuhrumsatzsteuer + Zollgebühr + Zertifizierung + Umweltabgabe auf Verpackungen. Die Marge nur vom Einkaufspreis aus zu rechnen ist der häufigste Fehler bei einer ersten Lieferung – und realistische Einstandskosten sorgen dafür, dass Ihr Auftrag später nicht gekürzt wird.
  5. 5Incoterms-Klausel vereinbaren
    EXW und FCA geben dem Käufer die Kontrolle über die Logistik; DDP versteckt Risiken im Preis. Für eine erste Lieferung ist FCA mit dem eigenen Spediteur des Käufers meist die beste Wahl: Sie verladen und erledigen die Ausfuhr, und wir können die EU-Ausfuhranmeldung in Ihrem Namen abgeben.

2. Vertrag und Zahlung

  1. 6Devisenkontrolle
    Ein Importvertrag ab 3 Millionen Rubel muss bei der Bank des Käufers registriert werden. Formulierungen zu Lieferfristen und zur Rückzahlung der Anzahlung werden genau geprüft, weil der Importeur haftet, wenn Rückführungsfristen versäumt werden – rechnen Sie damit, dass Ihr Kunde präzise Bedingungen verlangt.
  2. 7Wie Sie bezahlt werden
    Direkte Banküberweisung oder Akkreditiv. Bei einem ersten Geschäft eine minimale Anzahlung, der Rest nach Inspektion oder gegen Kopien der Versanddokumente. Jeder Zahlungsweg muss den Sanktions- und Bankvorschriften entsprechen, die für Sie und Ihre Bank gelten.
  3. 8Spezifikation zum Vertrag
    Bezeichnungen exakt wie in der Rechnung, Menge, Preis und Gewicht. Abweichungen zwischen Vertrag, Rechnung und Packliste sind der Hauptgrund für Rückfragen des russischen Zolls.

3. Vor dem Versand

  1. 9Inspektion der Sendung
    Fotos oder Video der Verladung, Kontrolle der Packstückzahl und ihrer Markierung. Bei Waren aus China eine Werksinspektion, bevor der Restbetrag gezahlt wird.
  2. 10Transportgerechte Verpackung
    Sammelgut wird in mehreren Lagern umgeschlagen und braucht daher feste Verpackung, Palettierung und Feuchtigkeitsschutz. Geben Sie das Verpackungsgewicht nach Material an: Die russische Umweltabgabe wird danach berechnet.
  3. 11Der Dokumentensatz
    Handelsrechnung, Packliste, Vertrag, Transportdokument (CMR, Konnossement oder Bahnfrachtbrief), Ausfuhranmeldung (in der EU EX1) und Zertifikate. Prüfen Sie sie vor dem Versand – eine Korrektur aus Russland dauert länger. Der EX1-Ausgangsvermerk ist zugleich Ihr Ausfuhrnachweis für die Umsatzsteuerbefreiung.
  4. 12„Chestny Znak“-Kennzeichnung vor der Grenze
    Unterliegt die Ware der Kennzeichnungspflicht, ist es günstiger, die Codes im Werk oder im Konsolidierungslager anzubringen. Umetikettieren in einem Verwahrungslager in Russland ist die teuerste Variante.
  5. 13Versicherung
    Bei Sammelgut ein Muss: Die Sendung wird mehrfach umgeschlagen. Der Satz beginnt bei 0,3 % des Rechnungswerts, mit Allgefahrendeckung.

4. Zoll und Warenannahme

  1. 14Abgaben vor Ankunft der Ware berechnet
    Zoll und Einfuhrumsatzsteuer werden auf den Zollwert berechnet (Ware + Fracht bis zur Grenze + Versicherung). Das Geld für die Abgaben muss vor Abgabe der Zollanmeldung bereits auf dem einheitlichen Zollkonto des Importeurs liegen.
  2. 15Anforderungen beim ersten Import
    Bei neuen Außenhandelsbeteiligten verlangt der Zoll häufiger Wertnachweise: Preislisten, die Ausfuhranmeldung, Zahlungsaufträge. Halten Sie Ihre Preisliste und eine Kopie der Ausfuhranmeldung versandbereit.
  3. 16Warenannahme
    Die Packstücke werden mit dem Frachtbrief abgeglichen, Schäden werden beim Entladen in einem Protokoll festgehalten – ist ein reiner Frachtbrief erst unterschrieben, ist ein Anspruch gegen den Frachtführer kaum noch durchsetzbar.
  4. 17Abschlussdokumente
    Die Zollanmeldung mit Freigabevermerk und die Rechnung des Spediteurs (UPD) mit gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer. Ohne sie kann Ihr Kunde die Einfuhrumsatzsteuer nicht geltend machen.

Wir prüfen Ihre Sendung kostenlos anhand dieser Checkliste

Sagen Sie uns, was Sie von wo versenden – ein Logistiker geht alle 17 Punkte für Ihre Sendung durch und sagt Ihnen, was vor dem Versand zu klären ist. Unverbindlich; wir antworten innerhalb von 2 Geschäftsstunden. Wir befördern nur Waren, die nicht den Sanktionen von EU/Vereinigtem Königreich/Schweiz/USA unterliegen, und prüfen zuerst Zolltarifnummern und Beteiligte.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Vorbereitung einer ersten Lieferung nach Russland?

Im Schnitt 2–4 Wochen vor dem Versand: Prüfung der Vertragspartner, Einreihung in den Zolltarif, ein für die Devisenkontrolle registrierter Vertrag, Genehmigungen. Der Transport selbst dauert je nach Route 5 bis 55 Tage. Die Zertifizierung regulierter Waren kann 1–3 Wochen hinzufügen und wird deshalb parallel zur Produktion gestartet.

Welche Fehler bei der ersten Lieferung sind am teuersten?

Die drei größten: eine falsche Zolltarifnummer (Nachforderungen und Bußgeld), Ware ohne vorgeschriebene Zertifizierung oder Kennzeichnung (Standzeit im Verwahrungslager und Umetikettierung) und eine Marge ohne volle Einstandskosten – wenn Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Umweltabgabe den Gewinn auffressen, nachdem die Ware schon bezahlt ist.

Geht eine erste Lieferung auch ohne Spediteur?

Ja, aber die erste Lieferung ist der schlechteste Moment, an der Begleitung zu sparen: Ein neuer Außenhandelsbeteiligter wird vom Zoll genauer geprüft, und jeder Dokumentenfehler kostet Tage Standzeit. Ein vernünftiger Kompromiss ist Tür-zu-Tür-Lieferung mit Verzollung und transparentem Angebot; ab der zweiten oder dritten Sendung lassen sich manche Abläufe selbst übernehmen.

Prüfen Sie eine Sendung kostenlos anhand dieser Checkliste?

Ja. Senden Sie uns die Eckdaten – welche Ware, woher, Größe der Sendung und was bereits vorliegt (Vertrag, Rechnung, Zertifikate) –, und ein Tranzit3-Logistiker geht die Checkliste für Ihre Sendung durch und zeigt, was vor dem Versand zu klären ist. Kostenlos und unverbindlich.

Weiterführend

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